Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass eine Verbreitung von Karel Krnkas Die principiellen Eigenschaften der automatischen Feuerwaffen ohne eine kritische Einordnung einiger darin aufgestellter Behauptungen hinsichtlich Prioritäten und technikgeschichtlichen Zusammenhänge zumindest irreführend sein könnte. Diese Kritik ist nicht ganz unberechtigt.
Um Werner Mootz in Geschichte und Technik der Selbstladepistole zu zitieren:
"K. Krnka bespricht 1902 unter dem Pseudonym Kaisertreu in 'Die principiellen Eigenschaften der automatischen Feuerwaffen' einen weiter gesteckten Themenkreis, und das in einer so tendenziösen, mit bewußten Irreführungen durchsetzten Darstellung, daß sein Buch ohne R. Jentzschs Replik 'Ist Kaisertreu wahrheitstreu?' für eine objektive Beurteilung der darin behandelten Sachverhalte ungeeignet ist."
Robert Bruno Jentzsch beschäftigte sich als Ingenieur und Inhaber eines Wiener Privilegienbüros (einer Art Vorläufer heutiger Patentskanzleien) nicht nur mit Beleuchtungs- und Fernsprechtechnik, sondern arbeitete auch eng mit Ferdinand von Mannlicher zusammen. Krnkas Werk enthält zahlreiche Spitzen gegen Mannlicher und seine Verschlusskonstruktionen, die Jentzsch offenbar zum Verfassen seiner Replik veranlassten.
Seine nicht minder bissige Gegenschrift spart daher nicht an eloquent formulierter Polemik gegenüber Krnka, die aus heutiger Sicht stellenweise durchaus unterhaltsam ist. Sie bietet dem interessierten Leser aber auch zahlreiche Verweise auf interessante frühe Entwicklungen im Bereich der Handfeuerwaffentechnik.